Fotos

Fotos: Lili Emilia – 

Stories

Tamara F. (71) ist Mieterin der Anzi seit 1986. Das Haus und der Kiez sind ihr sehr vertraut. Das ist wichtig für sie, da sie hör-sehbehindert ist.

Hier kann sie sich komplett selbständig bewegen – ein Umzug würde sie vor große Schwierigkeiten stellen.

Früher hat sie im Verlag gearbeitet.

Als im Mai 2014 die bisherige Hausverwaltung aufgehört und der Johannesstift diese selbst übernommen hat, ist sie in den Mieterverein eingetreten.

Tamara bleibt!

Ursula (78) lebt in der Anzengruberstr. 24 seit 1986, als sie nach em Tod ihres Vaters zu ihrer Mutter gezogen ist.

2013 hat sie die Wohnung übernommen.

Der erste Mietvertrag wurde noch mit der ursprünglichen Eigentümerin Margarete Windschild abgeschlossen für 158 DM für 71m².

Ihre größte Angst ist eine Mietsteigerung.

Deshalb kämpfen wir auch für unsere Nachbarin für die Ausübung des Vorkaufsrechts!

Uschi bleibt!

Boris Baberkoff (53) lebt seit 21 Jahren in unserem Haus.

Er ist Musiker und wir dürfen über den Hof an seinem schönen Klavierspiel teilhaben.

Durch einen Schlaganfall ist er schwerbehindert und erwerbsunfähig.

Da er Grundsicherung und eine kleine Rente bekommt, ist er auf die niedrigen Mieten bei uns angewiesen.

Deshalb kämpfen wir auch für unseren Musiker für die Ausübung des Vorkaufsrechts!

Boris bleibt!

Lieke Rahn (39) lebt seit 11 Jahren in der Anzi24. Sie hat in verschiedensten Konstellationen hier gewohnt. Ihr fast 8- jähriger Sohn  Luka ist hier zuhause seit er drei Stunden alt ist.

Auch wenn nicht alles perfekt ist hängt ist Herz an der Anzi.

Ihr ist der politische Kampf gegen Verdrängung und für ein Recht auf Stadt für alle Nachbar*innen wichtig.

Deshalb kämpfen wir auch für ihre Überzeugungen für die Ausübung des Vorkaufsrechts!

Lieke & Luka bleiben!

Armin Kuhn (40) ist 2015 mit seinen Söhnen Yannek (14) und Rafael (12) zu seiner Partnerin und deren gemeinsamem Sohn Luka (7) gezogen.

Jetzt wohnen sie als Patchwork-Familie und sind mal zu dritt und mal zu fünft.

Rafael mag den Hof, findet den Keller gruselig und er findet, dass es zu wenig Fahrradständer gibt.

Armin war froh, nach dem vorherigen Verkauf seines Wohnhauses in der Nachbarschaft bei einem gemeinnützigen Vermieter unterzukommen.

Das soll nun endlich Wirklichkeit werden.

Deshalb kämpfen wir auch für Armins Traum für die Ausübung des Vorkaufsrechts!

Armin & Rafael & Yannek bleiben!

Herr und Frau Topal sind 1991 in die Anzengruberstr. gezogen. Sie waren mit der ursprünglichen Eigentümerin Margarete Windschild befreundet.

Für sie war sie die perfekte Vermieterin. Sie hat selbst im Haus gewohnt, mit ihren Mieter*innen, also Nachbar*innen geplaudert, Kuchen gegessen und Kontrollgänge durchs Haus gemacht.

Auf Frau Windschilds Wunsch hin haben beide den Hauswart-Posten übernommen.

Frau Windschild vermachte das Haus 1995 dem Evangelischen Johannesstift. Frau Topal hat sich gefreut, dass das Haus „an die Kirche“ ging, doch nun ist sie enttäuscht: „mit Vertrauen geschenkt und jetzt einfach weggegeben“.

Deshalb kämpfen wir auch für unser früheres Hauswart-Team für die Ausübung des Vorkaufsrechts!

Topals bleiben!

Anne (42) wohnt schon seit 20 Jahren hier – fast die Hälfte ihres Lebens – in der langen Zeit sind ihr die Mieter*innen hier ans Herz gewachsen.

Auch für Viktor (42), Anne‘s Mann, der 2015 aus Chile einflog und hier einzog, ist die Anzi eine liebgewonnene Heimat geworden. Der tägliche Schnack mit Nachbar*innen verschiedener Nationen im Treppenhaus – und er fühlt sich etwas weniger fremd.

2017 kam ihr Sohn Oskar (4) dazu, der mit den vielen älteren Bewohner*innen zusätzliche Großeltern hat. „Das ist unser Zuhause, ein typisches Neuköllner Biotop, das einzigartig ist und geschützt werden muss“, sagt Anne.

Sorgen machen sich Anne und Victor auch um den Lottoladen, „das Herz der Straße“ und den polnischen Laden, der für die polnische Diaspora in Berlin ein kleines Stück Heimat bedeutet.

Anne, Victor und Oskar bleiben!

„Müssen wir raus?“ fragt Amira Mutapcic (75) verunsichert und lässt von ihrer Freundin und Nachbarin von gegenüber aus dem Bosnischen übersetzen. 

Sie lebt seit 21Jahren in der Anzengruberstr. 24 und kann sich nicht vorstellen, mit der gerade operierten Hüfte, woanders hin zuziehen.

Deshalb kämpfen wir auch für unsere Nachbarin für die Ausübung des Vorkaufsrechts!

Amira bleibt!

Antoni Kromidas lebt seit 11 Jahren in der Anzi24. Er muss immer schmunzeln, wenn er regelmäßig Post für seinen Nachbarn zwei Etagen tiefer im Briefkasten hat.

Der ist auch Grieche und heißt Koumarianos – das verwechselt die Post gerne mal.

Ein Anlass mehr für ein Gespräch mit seinem Nachbarn Nikolas, der seit 10 Jahren in der Anzi wohnt.

Deshalb kämpfen wir auch für unsere beiden Nachbarn mit dem – nur ein bisschen – ähnlichen Nachnamen für die Ausübung des Vorkaufsrechts!

Kromidas und Koumarianos bleiben!

Geschichte

  • 1907 erbaut
  • Nach einer größeren Zerstörung wurde es 1947 wieder aufgebaut
  • 1980 umfangreiche Modernisierung
  • 1995 Eigentümerin und Bewohnerin Margarete Windschild verstirbt
  • Der Johannesstift erbt die Liegenschaft
  • 2011 Modernisierung: Einsparung Primärenergie durch Dämmung Dachfußboden
  • 2020 Verkauf der Liegenschaft an einen uns unbekannten Käufer
  • 2021 Vorkauf jetzt bis zum 23. Februar 2021
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